Datenschutz und Sicherheit > Windows-Berechtigungen > Diagnose und Feedback

Was bewirken diese Funktionen?
Erforderliche Diagnosedaten
- Minimale Systemdaten für Sicherheitsupdates und Stabilität
- Fehlerberichte, Treiber-Kompatibilität, grundlegende Geräteinformationen
- Kann nicht ausgeschaltet werden (von Microsoft vorgegeben)
Optionale Diagnosedaten
- Umfangreiche Nutzungsdaten: Welche Apps du nutzt, besuchte Websites, Geräteleistung
- Erweiterte Fehlerberichte mit detaillierten Informationen
- Daten zur „Verbesserung der Windows-Erfahrung“ (= Marketing/Produktentwicklung)
DSGVO-Bewertung
Erforderliche Diagnosedaten
- Technisch begründbar für Sicherheit und Stabilität
- Microsoft argumentiert: notwendig für Grundfunktion
- Aus DSGVO-Sicht: vertretbar, aber Grenzfall
- Keine Wahlmöglichkeit (kritisch für echte Einwilligung)
Optionale Diagnosedaten:
- Nicht notwendig für Betrieb
- Umfangreiche Datensammlung über Nutzungsverhalten
- Verstoß gegen Datensparsamkeit (Art. 5 DSGVO)
- Ist zu deaktivieren
Empfehlung
Die optionalen Diagnosedaten sind auszuschalten – das ist korrekt. Die erforderlichen Diagnosedaten kannst du nicht deaktivieren, aber das ist das Minimum, das Microsoft verlangt.
Freihand und Eingabe verbessern
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Was macht die Funktion?
Sendet deine Handschrift-Proben und Tastatur-Eingaben an Microsoft zur Verbesserung der Erkennungsdienste.
DSGVO-Bewertung
Contra:
- Handschrift = biometrische Daten (Art. 9 DSGVO – besonders schützenswert)
- Tastatureingaben können alles enthalten: Passwörter, persönliche Texte, Geschäftsdaten
- Datenübertragung an Microsoft für Training von KI-Modellen
- Nicht notwendig für Grundfunktion
- Erhebliches Datenschutzrisiko
Pro:
- Keiner aus Datenschutz-Sicht
- Aus Microsoft-Sicht: „Bessere Dienste“
Empfehlung
Deaktivieren. Diese Funktion sollte IMMER ausgeschaltet bleiben. Handschrift und Tastatureingaben sind hochsensible Daten, die nicht zu Microsoft gesendet werden sollten.
Kritikalität: Hoch – gehört zu den wichtigen Einstellungen, die ausgeschaltet sein müssen.
Diagnosedaten anzeigen
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Was macht die Funktion?
Ermöglicht dir, alle Diagnosedaten einzusehen, die Windows an Microsoft sendet. Ein Transparenz-Tool.
DSGVO-Bewertung
Pro:
- Transparenz ist DSGVO-Grundsatz (Art. 5 DSGVO) ✓
- Auskunftsrecht (Art. 15 DSGVO) ✓
- Ermöglicht Kontrolle und Audits
- Nützlich für Datenschutzbeauftragte und IT-Admins
- Sammelt KEINE zusätzlichen Daten – zeigt nur an
Contra:
- Benötigt bis zu 1 GB Speicherplatz
- Daten für Laien schwer verständlich
Empfehlung
Dies sollte NICHT deaktiviert werden – Transparenz ist positiv!
Dies ist eine der wenigen DSGVO-positiven Einstellungen. Sie schafft Transparenz und hilft, die Datenverarbeitung nachzuvollziehen. Besonders für IT-Profis und Datenschutzbeauftragte wertvoll.
Diagnosedaten löschen
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Was macht die Funktion?
Löscht alle bisher von Microsoft über das Gerät gesammelten Diagnosedaten auf den Microsoft-Servern (die Einstellung ist evtl. durch eine Richtlinie gesteuert).
DSGVO-Bewertung
Pro:
- Setzt das Recht auf Löschung um (Art. 17 DSGVO) ✓
- DSGVO-positive Funktion
- Reduziert bei Microsoft gespeicherte Datenmengen
- Transparente Kontrolle über gespeicherte Daten
Wichtige Einschränkung:
- Löscht nur historische Daten
- Datensammlung läuft danach sofort weiter
- Keine dauerhafte Lösung
- Ersetzt NICHT das Ausschalten optionaler Diagnosedaten
Empfehlung
Ja, nutzen – aber in Kombination mit ausgeschalteten optionalen Diagnosedaten. Die Löschfunktion ist eine positive DSGVO-Maßnahme zur Datenhygiene, sollte aber gezielt (nicht täglich) eingesetzt werden.
Priorität: Mittel (nützlich, aber nicht kritisch wenn optionale Daten bereits aus sind)
Feedbackhäufigkeit

Was macht die Funktion?
Windows fragt in regelmäßigen Abständen nach Feedback zu Funktionen und Nutzererfahrungen.
Optionen: nie, einmal pro Woche, einmal pro Tag, immer, automatisch (Standard)
DSGVO-Bewertung
Contra:
- Feedback enthält Nutzungsdaten und persönliche Einschätzungen
- Datenübertragung an Microsoft
- Keine technische Notwendigkeit
- Freiwillige Datenübermittlung
- Störung des Arbeitsablaufs durch Pop-ups
Pro:
- Bei „Nie“: Keine zusätzlichen Daten
- Feedback ist grundsätzlich freiwillig
- Kann zur Produktverbesserung beitragen
Empfehlung
„Nie“ auswählen. Feedback-Anfragen dienen Microsofts Produktentwicklung, sind aber nicht notwendig und führen zu zusätzlicher Datenübertragung. Aus DSGVO-Sicht sollte Datensparsamkeit Vorrang haben.
Priorität: Mittel (störend und unnötig, aber nicht kritisch)
Stand: 04.11.2025
