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Personalisierte Angebote

Empfehlungen & Angebote
Diese Funktion sollte man aus DSGVO-Sicht NICHT aktivieren – besonders nicht in geschäftlichen Umgebungen oder Bildungseinrichtungen.
Was macht diese Funktion
Windows sammelt Daten über:
- Deine Gerätenutzung
- Welche Apps du verwendest
- Wie du Windows nutzt
- Daten aus deinem Microsoft-Konto
- Daten aus anderen Microsoft-Produkten (z.B. Office, Edge)
Diese Daten werden kombiniert und genutzt, um dir:
- Personalisierte Tipps einzublenden
- Werbeanzeigen zu zeigen (das steht explizit im Text: „Anzeigen“)
- Produktempfehlungen zu geben
DSGVO-Problematik
1. Datensparsamkeit (Art. 5 DSGVO)
- Die DSGVO fordert, dass nur die minimal notwendigen Daten erhoben werden
- Für Werbezwecke ist diese Datenerhebung nicht notwendig, sondern freiwillig
2. Zweckbindung (Art. 5 DSGVO)
- Daten sollen nur für den Zweck verwendet werden, für den sie erhoben wurden
- Hier werden Nutzungsdaten für einen anderen Zweck (Werbung) verwendet
3. Transparenz
- Es ist nicht vollständig transparent, welche Daten genau gesammelt werden
- Es ist unklar, wie lange diese Daten gespeichert werden
- Es ist unklar, ob/wie diese Daten mit Dritten geteilt werden
4. Einwilligung (Art. 7 DSGVO)
- Die Einwilligung ist zwar freiwillig (du kannst „Aus“ wählen)
- ABER: Die Voreinstellung ist oft „Ein“ (je nach Windows-Version/Installation) – das entspricht nicht dem Prinzip „Privacy by Default“
Empfehlung
Definitiv NEIN. Bei Audits oder Datenschutzprüfungen wäre dies ein Problem. Unnötiges Datenschutzrisiko ohne echten Mehrwert.
Websites den Zugriff auf meine Sprache gestatten

Was bewirkt die Funktion?
Dein Browser sendet deine bevorzugten Sprachen an Websites. Die Website zeigt dann automatisch Inhalte in deiner Sprache an.
DSGVO-Bewertung
Diese Einstellung ist eher unbedenklich
Pro:
- Legitimer Zweck (Benutzerfreundlichkeit)
- Geringe Datensensibilität (nur Sprachpräferenz)
- Standard-Funktion in allen Browsern
Contra:
- Kann für Browser-Fingerprinting genutzt werden
- Wird automatisch an alle Websites gesendet
- Ermöglicht in Kombination mit anderen Daten Tracking
Empfehlung
Kann aktiviert bleiben. Der Nutzen (automatische Sprachanpassung) überwiegt das geringe Risiko. Du musst dies nicht standardmäßig deaktivieren.
Datenschutz-Puristen: Ausschalten, dann musst du aber oft manuell die Sprache wählen.
Start- und Suchergebnisse verbessern
Was macht die Funktion?
Windows überwacht, welche Apps du öffnest und wonach du suchst. Diese Daten werden genutzt, um Suchergebnisse und Startmenü-Vorschläge zu personalisieren.
DSGVO-Bewertung
Contra:
- Windows analysiert dein Nutzungsverhalten
- Daten werden an Microsoft gesendet
- Nicht notwendig für die Grundfunktion
- Verstoß gegen Datensparsamkeit (Art. 5 DSGVO)
Pro:
- Bessere Suchergebnisse im Startmenü
- Relevantere App-Vorschläge
Empfehlung
Klare Empfehlung: Ausschalten. Diese Funktion sammelt Nutzungsdaten ohne echten Mehrwert. Der geringe Komfortgewinn rechtfertigt nicht die Datensammlung. Bei Audits oder Datenschutzprüfungen wäre dies kritisch zu bewerten.
Empfehlungen und Angebote in den Einstellungen

Was bewirkt die Funktion?
Windows zeigt dir Produktempfehlungen und Werbeangebote direkt in den Windows-Einstellungen an.
DSGVO-Bewertung
Contra:
- Werbung in den Systemeinstellungen
- Analysiert dein Nutzungsverhalten für gezielte Angebote
- Datensammlung für Marketing-Zwecke
- Nicht notwendig für den Betrieb
- Verstoß gegen Datensparsamkeit (Art. 5 DSGVO)
- Zweckentfremdung von Nutzungsdaten
Pro:
- Keiner aus Datenschutz-Sicht
- Aus Nutzer-Sicht: „Informationen über neue Funktionen“ (meist Werbung)
Empfehlung
Klare Empfehlung: Ausschalten. Diese Funktion dient ausschließlich Marketing-Zwecken. Systemeinstellungen sollten keine Werbeplattform sein. Aus DSGVO-Sicht nicht vertretbar, da unnötige Datensammlung für Werbezwecke.
Werbe-ID
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Was bewirkt die Funktion?
Windows erstellt eine eindeutige Werbe-ID für dich. Apps nutzen diese ID, um dir personalisierte Werbung anzuzeigen und dein Verhalten über verschiedene Apps hinweg zu tracken.
DSGVO-Bewertung
Contra:
- Eindeutige Tracking-ID für Werbezwecke
- Ermöglicht Profiling über mehrere Apps hinweg (Art. 22 DSGVO)
- App-übergreifendes Tracking deines Nutzungsverhaltens
- Reine Werbefunktion ohne technische Notwendigkeit
- Verstoß gegen Datensparsamkeit (Art. 5 DSGVO)
- Besonders kritisch bei Minderjährigen (Art. 8 DSGVO)
Pro:
- Keiner aus Datenschutz-Sicht
- Aus Werbe-Sicht: „relevantere“ Werbung (immer noch Werbung)
Empfehlung
Klare Empfehlung: Sofort ausschalten. Dies ist eine der kritischsten Datenschutz-Einstellungen in Windows. Die Werbe-ID ermöglicht umfassendes Tracking und Profiling. In Bildungseinrichtungen ist dies besonders problematisch wegen der besonderen Schutzwürdigkeit von Schülerdaten.
Stand: 04.11.2025
