Datenschutz und Sicherheit > Windows-Berechtigungen > Diagnose und Feedback

Stand: 05.06.2026

Was bewirken diese Funktionen?

Erforderliche Diagnosedaten

  • Minimale Systemdaten für Sicherheitsupdates und Stabilität
  • Fehlerberichte, Treiber-Kompatibilität, grundlegende Geräteinformationen
  • Kann nicht ausgeschaltet werden (von Microsoft vorgegeben)

Optionale Diagnosedaten

  • Umfangreiche Nutzungsdaten: Welche Apps du nutzt, besuchte Websites, Geräteleistung
  • Erweiterte Fehlerberichte mit detaillierten Informationen
  • Daten zur „Verbesserung der Windows-Erfahrung“ (= Marketing/Produktentwicklung)

DSGVO-Bewertung

Erforderliche Diagnosedaten

  • Technisch begründbar für Sicherheit und Stabilität
  • Microsoft argumentiert: notwendig für Grundfunktion
  • Aus DSGVO-Sicht: vertretbar, aber Grenzfall
  • Keine Wahlmöglichkeit (kritisch für echte Einwilligung)

Optionale Diagnosedaten:

  • Nicht notwendig für Betrieb
  • Umfangreiche Datensammlung über Nutzungsverhalten
  • Verstoß gegen Datensparsamkeit (Art. 5 DSGVO)
  • Ist zu deaktivieren

Empfehlung

Die optionalen Diagnosedaten sind auszuschalten – das ist korrekt. Die erforderlichen Diagnosedaten kannst du nicht deaktivieren, aber das ist das Minimum, das Microsoft verlangt.

Freihand und Eingabe verbessern

Was macht die Funktion?

Sendet deine Handschrift-Proben und Tastatur-Eingaben an Microsoft zur Verbesserung der Erkennungsdienste.

DSGVO-Bewertung

Contra:

  • Handschrift = biometrische Daten (Art. 9 DSGVO – besonders schützenswert)
  • Tastatureingaben können alles enthalten: Passwörter, persönliche Texte, Geschäftsdaten
  • Datenübertragung an Microsoft für Training von KI-Modellen
  • Nicht notwendig für Grundfunktion
  • Erhebliches Datenschutzrisiko

Pro:

  • Keiner aus Datenschutz-Sicht
  • Aus Microsoft-Sicht: „Bessere Dienste“

Empfehlung

Deaktivieren. Diese Funktion sollte IMMER ausgeschaltet bleiben. Handschrift und Tastatureingaben sind hochsensible Daten, die nicht zu Microsoft gesendet werden sollten.

Kritikalität: Hoch – gehört zu den wichtigen Einstellungen, die ausgeschaltet sein müssen.

Diagnosedaten anzeigen

Was macht die Funktion?

Ermöglicht dir, alle Diagnosedaten einzusehen, die Windows an Microsoft sendet. Ein Transparenz-Tool.

DSGVO-Bewertung

Pro:

  • Transparenz ist DSGVO-Grundsatz (Art. 5 DSGVO) ✓
  • Auskunftsrecht (Art. 15 DSGVO) ✓
  • Ermöglicht Kontrolle und Audits
  • Nützlich für Datenschutzbeauftragte und IT-Admins
  • Sammelt KEINE zusätzlichen Daten – zeigt nur an

Contra:

  • Benötigt bis zu 1 GB Speicherplatz
  • Daten für Laien schwer verständlich

Empfehlung

Dies sollte NICHT deaktiviert werden – Transparenz ist positiv!

Dies ist eine der wenigen DSGVO-positiven Einstellungen. Sie schafft Transparenz und hilft, die Datenverarbeitung nachzuvollziehen. Besonders für IT-Profis und Datenschutzbeauftragte wertvoll.

Diagnosedaten löschen

Was macht die Funktion?

Löscht alle bisher von Microsoft über das Gerät gesammelten Diagnosedaten auf den Microsoft-Servern (die Einstellung ist evtl. durch eine Richtlinie gesteuert).

DSGVO-Bewertung

Pro:

  • Setzt das Recht auf Löschung um (Art. 17 DSGVO) ✓
  • DSGVO-positive Funktion
  • Reduziert bei Microsoft gespeicherte Datenmengen
  • Transparente Kontrolle über gespeicherte Daten

iHinweise

  • Löscht nur historische Daten
  • Datensammlung läuft danach sofort weiter
  • Keine dauerhafte Lösung
  • Ersetzt NICHT das Ausschalten optionaler Diagnosedaten

Empfehlung

Ja, nutzen – aber in Kombination mit ausgeschalteten optionalen Diagnosedaten. Die Löschfunktion ist eine positive DSGVO-Maßnahme zur Datenhygiene, sollte aber gezielt (nicht täglich) eingesetzt werden.

Priorität: Mittel (nützlich, aber nicht kritisch wenn optionale Daten bereits aus sind)

Feedbackhäufigkeit

Was macht die Funktion?

Windows fragt in regelmäßigen Abständen nach Feedback zu Funktionen und Nutzererfahrungen.

Optionen: nie, einmal pro Woche, einmal pro Tag, immer, automatisch (Standard)

DSGVO-Bewertung

Contra:

  • Feedback enthält Nutzungsdaten und persönliche Einschätzungen
  • Datenübertragung an Microsoft
  • Keine technische Notwendigkeit
  • Freiwillige Datenübermittlung
  • Störung des Arbeitsablaufs durch Pop-ups

Pro:

  • Bei „Nie“: Keine zusätzlichen Daten
  • Feedback ist grundsätzlich freiwillig
  • Kann zur Produktverbesserung beitragen

Empfehlung

„Nie“ auswählen. Feedback-Anfragen dienen Microsofts Produktentwicklung, sind aber nicht notwendig und führen zu zusätzlicher Datenübertragung. Aus DSGVO-Sicht sollte Datensparsamkeit Vorrang haben.

Priorität: Mittel (störend und unnötig, aber nicht kritisch)